21
Jun

Die Teilnehmer bekommen bei dieser hervorragenden Übung  einen intensiven Eindruck der Wirkung von Flow, Aufgabenorientierung und gegenseitiger Unterstützung.

Vorbereitung: die zwei Schüre als Flussufer auslegen (Faustregel für die Breite: pro Teilnehmer ein großer Schritt) an jeden TN eine Pappe/Brettchen
Spielverlauf

  1. Jeder Teilnehmer erhält eine Pappe/Brettchen.
  2. Der Fluss darf nicht berührt werden, d.h. der Fluss muss auf den Pappkartons überquert werden. Tritt oder fällt ein Teilnehmer auf/in den Fluss, so beginnt die gesamte Gruppe von vorn (auch die Teilnehmer, die das gegenüberliegende Ufer evtl. schon erreicht haben!).
  3. Dabei darf nie der Körperkontakt mit der Pappe verloren gehen (Fuß, Hand, etc.), sonst “schwimmen sie weg”, d.h. müssen abgegeben werden. Diese Pappen bleiben auch für spätere Versuche aus dem Spiel. Es ist eine Frage der Ehre, dass möglichst viele Pappen mit ans andere Ufer gerettet werden.
  4. Erfolgsfaktoren ermitteln („Welches Verhalten hat zum Erfolg geführt?“) visualisieren
  5. Es gibt keine Zeitvorgabe.
  6. Die. Beobachter/Schutzengel enthalten sich jeglichen Kommentars. Sie machen möglichst viele Notizen und bemühen sich Wahrnehmungen: (Was sagt der Schützling? Was tut er?) und der Wirkung (Wie wirkt das auf mich?) getrennt zu notieren.

Dauer: 1-2 Std.
TN-Anzahl: min. 6 Teilnehmer; opt. 10-12 Teilnehmer; größere Gruppen in Akteure und Beobachter (Schutzengel) aufteilen.
Material:

  • pro Teilnehmer 1 Pappe, Format ca. DIN A4 (Trennpappen für A4-Ordner eignen sich gut) oder bei Außeneinsatz entsprechen viele Brettchen in ähnlicher Größe.
  • 2 Seile – Länge 5-6 m
  • Stifte, Papier und je ein Clipboard für die Beobachter

Erfahrungen
Erfolg – Legen Sie die Übung stets so an, dass am Ende in jedem Fall ein Erfolg steht (den Fluss weniger breit machen, ein Auge zudrücken beim Pappenverlust, etc.) Die Herausforderung darf jedoch ein Minimum nicht unterschreiten, d.h. die Gruppe sollte wenigstens einmal von vorne anfangen müssen und einige Pappen verlieren, damit Innovationsdruck entsteht. Wenn zu viele Pappen verloren gegangen sind (3 sind Minimum) kann das gesamte Spiel (nach kurzer Coachingphase) mit allen Pappen erneut begonnen werden.
Coachen – Das Hauptproblem ist meist ein Mangel an Konzentration/Koordination. Jeder Neubeginn (durch Flussberühren oder durch zu hohen Pappenverlust) sollte durch Fragen nach den wahrnehmbaren Ursachen, insbesondere nach erfolgreichen Verhaltensweisen gecoacht werden. Wichtig ist auch die Frage nach dem Fokus. „Worauf wollen Sie bei diesem Durchgang achten?“
Flussberühren erklären – Frustrationen sind verringerbar, wenn geklärt wird, wie streng die Regeln einzuhalten sind. Auf eine DIN-A4-Pappe passen 3 beliebig große Füße, wenn man sie quer nimmt. Überstehende Fußspitzen werden geduldet.
Keine Beschränkung“ – Fragen, die auf eine Bitte um Führung oder Lösungshinweise hinauslaufen, können mit „Keine Beschränkung“ beantwortet werden. So bleibt die Verantwortung bei den Teilnehemern.
Einführung – es hat sich als hilfreich herausgestellt, vorher eine kurze Diskussion über Teamarbeit zu führen, bei der die wesentlichen Verhaltensweisen auf Flipchart festgehalten werden.

Varianten
a) Kartons aus einem Lebensmittelladen holen, von den Teilnehmern in etwa A4-große Stücke reißen lassen.
b) Jeder Teilnehmer schreibt eine Teamstärke, die er für besonders wichtig hält, mit einem Filzstift groß auf einen Pappkarton. Die Frage könnte lauten: Welche Kompetenzen/ Stärken/Fähigkeiten haben Sie in Ihrem Team, um ein Ziel zu erreichen?
c) Teilnehmer in Paaren A, B aufteilen, Gruppe A macht die Übung (Akteure), die Teilnehmer der Gruppe B beobachten ihren jeweiligen Akteur (Beschützer oder Schutzengel). Nach der Rückmeldung von Schutzengel an die Akteure, versuchen die Schutzengel die Erfahrungen der Akteure beim eigenen Versuch zu nutzen. Erneute Diskussion.
d) Als Nacharbeit: In 3er-Gruppen, Erfolgsfaktoren herausarbeiten, groß auf ein Plakat schreiben.
e) Führungsverhalten: Ein Teilnehmer wird zum Projektleiter gewählt. Erwartungen der Gruppe an den Projektleiter klären (mögliche Frage: Wann ist ein Projektleiter eine Hilfe?). Reflexion nach der Übung. (Es ist wichtig, den Projektleiter zu unterstützen, da er üblicherweise in großen Stress gerät.

Mögliche Auswertungsfragen:

Ablauf der Übung:

Was ist (gut) gelaufen und warum?
Was ist nicht so gut gelaufen und warum?

Inner game:

Wie geht es dir?
Wo liegt/lag der Fokus?
Wie war die Frustrations-/Zuversichtskurve während des Spiels?
Wie fühlten sich/was dachten die Beobachter?

Kommunikation:

Wie wurde miteinander gesprochen?
Wurde alle Ideen/Vorschläge angehört?
Wie wurden Entscheidungen getroffen?

Kooperation:

Welcher Art waren die Störungen?
Wurden alle Teammitglieder einbezogen?
Wurden Stärken Einzelner genutzt?
Wie war die gegenseitige Unterstützung?
Hätten die Beobachter (wertvolle) Beiträge leisten können?

Verhalten:

Welche Verhaltensweisen sind hinderlich?
Welche Verhaltensweisen sind förderlich?
Welche Rollen wurden eingenommen?
Wie nützlich waren diese Rollen?
Wie hoch ist das gegenseitige Vertrauen im Team?

Zusammenfassung:

Was kann bei der nächsten Übung verbessert werden?
Was empfehlen Sie der nächsten Gruppe?

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